Zeitmanagement mit Kind ist eine ständige Herausforderung. Wir jonglieren zwischen Karriere, Terminen und Familienalltag – und oft entsteht das Gefühl, nie genug Zeit zu haben. Dabei ist das Ziel oft falsch gesetzt: Es geht nicht darum, alles zu schaffen und noch mehr Termintetris zu spielen. Vielmehr können wir unsere Businessfähigkeiten gezielt aufs Privatleben übertragen… und Puffer einplanen. Strategische Planung sorgt dafür, dass der Tag trotz kleiner Überraschungen funktioniert – für berufstätige Eltern bedeutet das: weniger Stress, mehr Fokus und eine entspanntere Balance zwischen Kind und Karriere.
Gestern habe ich für die Kita-Abgabe nicht 5, sondern 45 Minuten gebraucht. Meine Tochter konnte sich nicht lösen und brauchte noch Zuwendung, um gut in den Tag zu starten. Eigentlich wollte ich um 8 Uhr beim Sport sein. Eigentlich. Doch an diesem Morgen haben eine gute Übergabe und mein Trainingsplan nicht zusammengepasst.
Meine erste Reaktion: Ärger. Darüber, dass ein Plan wieder nicht funktioniert. Dass Termine verschoben werden müssen und es eben nicht so läuft wie gedacht. Und ganz ehrlich? In solchen Momenten fühlt es sich schnell nach Versagen an. Als hätte ich es einfach nicht gut genug organisiert.
Gelingende Karriere mit Kind: Zeitmanagement ohne Puffer klappt nicht
Doch das Problem ist nicht falsche Organisation. Ich konnte es ja vorab nicht wissen.
Das Problem ist unrealistische Tagesplanung ohne strategische Puffer.
Dabei weiß ich es eigentlich besser. Pläne brauchen Puffer. Gerade beim Thema Zeitmanagement, um Karriere und Kind zu vereinbaren. In dem Zeitmanagement-Tool der ALPEN-Methode werden sogar 40 % der Zeit für Puffer, Pausen und Unvorhergesehenes eingeplant. 40 % – das erscheint mir immer wieder viel. Und doch erlebe ich, wie entscheidend genau diese Zeit ist.
Oft wirken diese Puffer wie unnötiger Zeitverlust. Wir denken: „Das bekomme ich schon irgendwie unter.“ Und ja – meistens schaffen wir es auch. Irgendwie. Doch am Ende des Tages ist es dann oft zu viel, oder wir hetzen durch die letzten Minuten, weil etwas nicht geklappt hat wie geplant.

Hier auf der Grafik habe ich mal versucht, es darzustellen. Bei dem Tagesplan ohne Puffer sind alle Blöcke nacheinander. So, wie es oft im Kalender steht. Bei dem Tagesplan mit Puffer sind ein paar Blöcke optional (gestrichelt), einer ist flexibel hin und her schiebbar (Pfeil) und es ist Zeit eingeplant, die rein als Puffer dient (roter Kasten). So wird der Tagesplan viel anpassbar, falls Unvorhergesehenes passiert.
Das Ziel ist nicht, alles zu schaffen. Sondern ein anderes Zeitmanagement bei der Karriere mit Kind.
Dabei gilt: Es geht nicht darum, alles zu schaffen. Sondern darum, strategisch zu planen, bewusst Prioritäten zu setzen und Puffer einzuplanen. Denn das, was auf jeden Fall eintritt, ist das Unvorhergesehene.
Und ich weiß, dass das schwer ist: Vieles ist wichtig, alles drängt gleichzeitig. Genau dieses Denken führt aber dazu, dass Puffer nie möglich sein werden, es ein konstantes Hetzen ist mit dem Gefühl, es nie zu schaffen. Deshalb lohnt es sich, bewusst zu priorisieren und Zeit für Unvorhergesehenes einzuplanen.
In einem Webinar für Führungskräfte zum Thema „Umgang mit belasteten Mitarbeitenden“ erzählte eine Teilnehmerin: „Das Wichtigste, was wir verändert haben: Von Vorneherein einzuplanen, dass jemand ausfällt – und einen Prozess dafür zu haben.“ Genau das ist es. Nicht auf Störungen reagieren, sondern sie als realistischen Teil des Systems mitdenken.
Mein Impuls zum Thema: Nicht bessere Planung, sondern mehr Puffer.
Deshalb mein Impuls: Was, wenn es nicht nach Plan verläuft? Hast du einen Puffer? Mit einem Plan B fühlt sich vieles leichter an – und selbst wenn etwas anders kommt, hast du die nötige Luft, gelassen zu reagieren.